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Schattwand.

by Urs Augstburger

ISBN 3908010543 / 9783908010548 / 3-908010-54-3
Country Switzerland
Language German
Edition Softcover
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Book summary

Ein Bergdrama untertitelt Urs Augstburger seinen Roman Schattwand. Bergdrama lässt Schlimmes ahnen -- doch so ist es nicht! Bergdramen können auch modern sein, obschon Augstburger einen Zeitsprung inszeniert.

Severin Somm, ein von der Midlifecrisis geplagter Tierpräparator, hat einen nicht unbedingt sympathischen ersten Auftritt -- die sexuellen Fantasien von ihm und seiner gelegentlichen Freundin sind genauso ausgestopft wie seine Objekte -- mausert sich dann aber zum zielsicheren und bestimmten Held des Romans. Unverhofft erbt Somm ein Haus in Gspona, einem Kaff mit einem Berg und den dazugehörenden Berglern. Das Haus hat einen Haken, nämlich eine Bewohnerin, Lucrezia Camenzind, die hier Hausrecht genießt und Severin Somm erst einmal ziemlich links liegen lässt. Im Haus einigermaßen eingerichtet, findet Somm einen vermauerten Raum (in dem man übrigens durch die Deckenspalten in Lucrezias Reich spinzeln kann) und im Raum eine Geschichte: die Liebesgeschichte zwischen Fortunat und Lisbeth. Sie eine Gsponerin, er ein Zugewanderter -- die ersten Parallelen zeigen sich. Die alte Liebe war eine glückliche, der jedoch kein Glück beschieden war. Severin rekonstruiert sie anhand von Zeichnungen, Protokollen, Gesprächen. Und entdeckt ein Bergdrama im wahrsten Sinn: Die vor einem halben Jahrhundert von Fortunat initiierte und auch gebaute Seilbahn stößt bei einigen im Dorf auf blanken Hass und endet im Tod.

Und hier gelingen Augstburger schöne Szenen, die die Wiederholung der Geschichte zeigen. Hier Fortunat und Lisbeth, dort Severin und Lucrezia, die ihrem Bergler untreu wird -- ein flotter Vierer quasi, nur durch ein halbes Jahrhundert getrennt. Auch wenn man sich hin und wieder durch die Wortwahl leicht irritiert sieht: "Fortunat näherte seinen Mund ihrer prallstichigen Warze." Ist das wirklich erotisch?

Die Geschichte spitzt sich zu -- hier wie dort. Reichliche Schneefälle, gefährliche Rettungen, schneidende Eifersucht. Die Bergdramen nehmen ihren Lauf. Und den hat Urs Augstburger wirklich spannend beschrieben. --Martin Walker [via]