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Deckname Wolf:
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Am 28. Mai 1938 legte Adolf Hitler persönlich den Grundstein zum Volkswagenwerk. Nur fünf Wochen später wurde für die Belegschaft mit dem Bau einer Stadt begonnen. "Nach Ihnen, mein Führer, soll die Stadt 'Wolfsburg' heißen", verkündete Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, euphorisch. Doch der solcherart geehrte lehnte das Ansinnen überraschend ab. Bis Kriegsende hieß der neue Ort provisorisch "Stadt des KdF-Wagens". Erst am 25. Mai 1945, 25 Tage nach Hitlers Tod, verlieh ihr der Magistrat der Stadt mit Billigung der britischen Besatzungsbehörden den heutigen Namen.
Doch worin besteht überhaupt die Verbindung zwischen Wolfsburg und Adolf Hitler, und wie kam die Stadt nach Kriegsende zu ihrem brisanten Namen? Auf der Suche nach Antworten stößt Hans-Jörg Wohlfromm auf das Hitler-Pseudonym Wolf, das bis dato noch nie eingehender untersucht worden ist. Er analysiert die Praxis der Namensvergabe im Dritten Reich, und er untersucht die Entstehungsgeschichte des Volkswagenwerks und die damit verbundene Gründung der Stadt. Alles deutet darauf hin, dass Hitler trotz seiner anfänglichen Ablehnung den Namen Wolfsburg präferierte, ihn aber erst nach dem "Endsieg" verleihen wollte. War es Zufall, dass deutsche Stadtverordnete den Willen des Führers postum vollstreckten, oder feierten hier einige unverbesserliche Fanatiker ihren letzten Sieg, wie Wohlfromm mutmaßt? Die Indizien sprechen eindeutig für die zweite Variante, auch wenn der Autor den endgültigen Beweis schuldig bleiben muss. Nur so viel scheint sicher: Den Verantwortlichen war die geheime Bedeutung des Namens höchstwahrscheinlich bekannt, und sie handelten im festen Glauben, damit dem Wunsch der Bevölkerungsmehrheit zu entsprechen. In einer Stadt, die wenig später als Hochburg der rechtsradikalen Deutschen Rechtspartei traurige Berühmtheit erlangen sollte, sicher kein völlig abwegiger Gedanke. --Stephan Fingerle [via]