ISBN is

978-3-8270-0457-4 / 3827004578

In den Alpen.

by Elfriede Jelinek

Edition:Softcover

Language:German

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About the book:

Die Hölle, das sind immer die Alpen. Dies jedenfalls meint Elfriede Jelinek, die dem Fegefeuer touristischer Eitelkeiten nun ein Buch mit drei Dramen gewidmet hat: Nach dem Inferno eines tödlichen Brands im Tunnel der Gletscherbahn am Kitzsteinhorn (die größte Katastrophe der österreichischen Nachkriegszeit) treffen sich die Opfer In den Alpen im eiskalten Zwischenreich eines mit Hirschgeweihen geschmückten Salons zum Après-Ski-Totentanz, um im Gespräch den ganz normalen Irrsinn des Wintersporttourismus zu entlarven. Das nebulöse Mittelstück Der Tod und das Mädchen III versucht als eine Art poetologischer Zwischenakt, Jelineks "Existenz als Schriftstellerin zu fassen". Und die karnevaleske Farce Das Werk über den Bau eines Wasserkraftwerks in den Bergen mit mehreren Heidis und Geißenpeters in identischer Verkleidung (oder Nazi-Uniform?) dient dazu, den zeitgenössischen Alpinismus Österreichs mit dem historischem Antisemitismus zu verschweißen. Dass dabei die Brandkatastrophe im Gletschertunnel mit den Hochöfen von Auschwitz assoziiert wird, versteht sich fast von selbst.

Jelinek hat ihre Dramensammlung eine "Trilogie" genannt -- obwohl Der Tod und das Mädchen III zugleich auch als letzter Part eines so genannten "Prinzessinnen-Zyklus" firmieren soll (der zweite Teil hierzu wiederum findet sich in dem Sammelband Das Lebewohl): Als ob der bloße Umstand, dass drei Stücke zwischen zwei Buchdeckel gepresst sind, die Bezeichnung schon rechtfertigen würde. Das ist nur eine der vielen Undurchdachtheiten dieses an Ungereimtheiten und Austauschbarkeiten reichen Bands. Auch die Nachbemerkung der Autorin, die als eine Art theoretischer Überbau die "Botschaft" der Dramen erläutern soll, offenbart nurmehr deren Schwächen -- ist doch zwischen dem Jargon des Epilogs und dem Duktus der Stücke sprachlich und dramaturgisch kaum ein Unterschied auszumachen. Direkt und ohne künstlerische Ambitionen plaudern die Figuren einfach aus, was ihre Autorin meint ("mir fällt auf, Heidi, dass deiner Aufeinanderfolge von Tatsachen keine adäquaten moralischen und ideologischen Begründungen folgen"). Derartige Aussagen erleichtern auch dem untalentiertesten Germanisten die Interpretation. Dazwischen werden die Alpen in einem schier unendlichen Schwall aus Banalitäten wortwörtlich platt gemacht. Thema verschenkt.

In Das Werk jedenfalls fällt die Heidi ("oder eine andere Heidi") ob der seitenlangen salbadernden Erläuterungen der Geißenpeter, die ihre "Geiseln" hüten und auf "ihrem Schwanz pfeifen" ("also ich meine nicht, daß sie auf ihren Schwanz pfeifen würden" -- nur einer von vielen Schenkelklopfern) einmal auch in dornröschengleichen Schlaf: "Oh welch ein Wunder, Peter", sagt die eine -- oder andere? -- Heidi, "daß wenigstens das Wasser dich versteht" (warum eigentlich das Wasser?): "Denn ich verstehe dich nicht. Kein Wort". Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass dies den Zuschauern im eiskalten Theaterraum nicht anders gehen wird. --Thomas Köster

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